
Kultur- und Wirtschaftsstandort „Land des Hermann“
02.03.09 11:45
Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft
Das Land des Hermann mit seiner über 2000jährigen Kulturgeschichte sensibilisiert in diesem Jahr für ein besonderes historisches Ereignis. 2009 jährt sich die Varusschlacht, auch bekannt als „Schlacht im Teutoburger Wald“ zum 2000. Mal. Landrat Friedel Heuwinkel weist auf die außerordentliche Bedeutung des Varusjahres für die gesamte Region hin.
„Ziel der Auftritte internationaler Künstler, Projekte, Feiern, Tagungen und Bildungsangebote ist es, das Land des Hermann, insbesondere mit Blick auf das zusammenwachsende Europa klar zu positionieren.“ „Das Hermannsdenkmal ist heute für uns“, so Landrat Heuwinkel weiter, „ein Symbol für Frieden und Völkerverständigung und zieht international immer mehr Besucher an. Wir präsentieren die Region Land des Hermann als Treffpunkt, Lern- und Kommunikationsort in einem Europa der kulturellen Vielfalt und freuen uns auf unsere Gäste aus aller Welt.“Ganz gleich welches Magazin man sich in den letzten Wochen in die Hand nahm … Der Spiegel spricht über „Die Geburt der Deutschen“ oder DIE ZEIT über „Der Tag an dem Deutschland entstand“ - die Region Land des Hermann steht im Mittelpunkt des Interesses. Der Mann, den Tacitus "im Felde unbesiegt", für einen Barbaren erstaunlich schlau und "ohne Zweifel Befreier Germaniens" nannte bekommt durch die Luther-Übersetzung des römischen dux belli den Namen „Herr-Mann“ und beschäftigt derzeit die Gemüter.
Die Aktivitäten im Land des Hermann rund um das Varusjahr 2009 setzen auf Langfristigkeit und Nachhaltigkeit und positionieren den Kultur- und Wirtschaftstandort Land des Hermann auf breiter regionaler, überregionaler und europäischer Basis. Die Region Lippe im Teutoburger Wald gehört zu den jüngsten Spitzenzielen für Kulturinteressierte und Aktiv-Touristen. Erloschene Vulkane, Schluchten und Täler mit einmaliger Vegetation sowie geschichtliche Besonderheiten bilden die naturräumlichen und kulturellen Eckpfeiler. Neben seinen herrlichen Heilbädern Bad Salzuflen und Bad Meinberg liegen in dieser Region die europaweit bekannten Sehenswürdigkeiten wie das Hermannsdenkmal in Detmold oder die Externsteine in Horn-Bad Meinberg mit Besucherströmen von mehr als 500.000 Menschen jährlich.
Zukunftsweisende Kooperationen
Intensive Gespräche, Verhandlungen, innovative Konzeptionen und abgestimmte Marketingstrategien mit eindeutigen Zieldefinitionen bilden die Grundlage für die in diesem Jahr zukunftsweisenden, strategischen Kooperationen, die in ihrer Intensität und Konsequenz beispielhaft sind. „Es ist gelungen die Aktivitäten rund um das Hermannsdenkmal zu bündeln“, so Dr. Andreas Kasper, Vorstand des Landesverbandes. „Die gemeinsamen Anstrengungen zur Attraktivierung des Hermannsdenkmals werden von zahlreichen Investionen begleitet, die das Denkmal von welthistorischer Bedeutung auch weit über das Jahr 2009 hinaus für seine Besucher interessant macht.“
Gleiches gilt für die Kulturstadt Detmold. Selbstverständlich gehört das Hermannsdenkmal zu den Hauptattraktionen Detmolds. Doch die Stadt hat weitaus mehr zu bieten. Durch die hervorragende Zusammenarbeit mit der Lippe Tourismus & Marketing AG wurden für das Varusjahr kulturelle Akzente und Meilensteine gelegt. So verständigte man sich bereits vor mehr als einem Jahr auf die touristische Dachmarke Land des Hermann und transportiert heute erfolgreich kulturelle Highlights, touristische Events und umfassende Serviceangebote aus abgestimmter und vereinheitlichter Hand. Egal, ob auf Messen, in der Presse, im Netz oder in Werbemedien - das Land des Hermann besitzt Wiedererkennungswert. Darüber freut sich auch Bürgermeister Rainer Heller und kündigt an: „Wir verbreitern die touristischen Angebote weiter und machen sie noch attraktiver. Unsere Gäste genießen ein wohlüberlegtes Kultur- und Serviceangebot.“
Das Hermannsdenkmal zählt seit seiner Einweihung im Jahre 1875 zu einer der bedeutenden Begegnungsstätten der deutschen Geschichte. Im kommenden Jahr blickt es auf eine 2000jährige historisch-mythologische Vergangenheit zurück und rückt als Kulturmekka im „Varusjahr 2009“ in den Mittelpunkt des kulturellen, soziologischen und philosophischen Diskurses. Somit bildet das Jubiläumsjahr einen guten Anlass, sich der Geschichte um Arminius und Varus mit breitgefächerten Veranstaltungen, Aktionen und Ausstellungen zu widmen. Landrat Friedel Heuwinkel betont mit Nachdruck „Das Hermannsdenkmal bleibt was es ist – ein Mythos und eine Touristenattraktion. In einem zusammenwachsenden Europa der Vielfalt und Internationalität steht es für uns als ein Symbol für Völkerverständigung und friedliches Zusammenleben. Wir begrüßen unsere Gäste aus aller Welt.“
Ausstellungsprojekt IMPERIUM KONFLIKT MYTHOS.2000 Jahre Varusschlacht.
Das länderübergreifende Ausstellungsprojekt IMPERIUM KONFLIKT MYTHOS. 2000 Jahre Varusschlacht wird von Mai bis Oktober 2009 in drei Museen unterschiedliche Aspekte der Varusschlacht beleuchten: IMPERIUM (LWL-Römermuseum in Haltern), KONFLIKT (Varusschlacht im Osnabrücker Land GmbH - Museum und Park Kalkriese) und MYTHOS (Lippisches Landesmuseum Detmold). Der Besucher bekommt das historische Ereignis mit Exponaten von Weltgeltung auf anschauliche und emotional anregende Weise vermittelt. Ziel der Ausstellungen ist die Annäherung zu den Wurzeln deutscher Geschichte und der Versuch einer Neu-Betrachtung und Befragung der Grundlagen unserer kulturellen und nationalen Identität.
Die MYTHOS Ausstellung im Lippischen Landesmuseum Detmold spannt den Bogen von der römischen Geschichtsschreibung bis zur modernen Forschung und zeigt auf, welche Auswirkungen die Schlacht auf die deutsche und europäische Geschichte hatte. Wer waren die Germanen, die 9 n.Chr. unter der Führung des Cheruskerfürsten Arminius drei römische Legionen vernichtend schlagen konnten? Woher kamen sie und wie lebten sie? Wie sahen die Römer die „Barbaren“ rechts des Rheins? Und wie kam es, dass aus einem historischen Ereignis der Varusschlacht in den vergangenen 500 Jahren ein Mythos und der siegreiche Arminius/Hermann zu einer der wichtigsten Symbolfiguren der Deutschen wurde? Wieder und wieder wurde sich in Deutschland zu Zeiten des Konfliktes und des Krieges heroisierend auf die Schlacht im Teutoburger Wald bezogen. Arminius fungierte sowohl in den napoleonischen Kriegen als auch im Streit um die Schaffung eines deutschen Nationalstaats im 19. Jahrhundert als germanische Heroengestalt, die äußere Feinde bezwang und innere Einheit schuf. Schließlich wurde dem Cheruskerfürsten ein Denkmal gebaut. Bevor es im letzten Jahrhundert zu einem harmlosen Ausflugsort versimpelte, musste es die nationalistische Propaganda zweier Weltkriege über sich ergehen lassen. Das Andenken an die Varusschlacht ist daher mehrfach kriegerisch belegt und die Herausforderung an das Varusjahr 2009 ist es, die Wirkungsgeschichte von Arminius und dem Hermannsdenkmal positiv und nachhaltig neu zu besetzen. Herman van Veen, Musiker und Unicef-Botschafter formulierte es vergangenes Jahr folgendermaßen: „Hermann kann ein Symbol werden. Eine Statue kann ein Symbol werden – ein Symbol für Hoffnung. Das muss man dann erklären und sagen; hoffentlich brauchen wir in Zukunft nie wieder so ein machtloses Denkmal zu bauen“.
Das Internationale Kulturprogramm Hermann 2009.
Das Varusjahr 2009 präsentiert sich im Land des Hermann mit dem hochkarätigen Internationalen Kulturprogramm Hermann 2009 und begeistert seine Besucher mit erlebbarer Kulturgeschichte, einzigartigen Kulturangeboten sowie zahlreichen touristischen Erlebnis-Programmen. Hier finden Sie einige der Höhepunkte. HermannTage "Die Jungen Tenöre" eröffnen Waldbühne 30.05. - 31.05.2009
Ein großartiges Familienfest über 2 Tage. Am Samstag ist klassische Musik topaktuell verpackt! Die Jungen Tenöre feiern in diesem Jahr ihr 10-jähriges Bestehen. Zu den klangvollen Stimmen von Hans Hitzeroth und Hubert Schmid harmoniert Ilja Martins warm klingender Tenor ausgezeichnet. Das Trio besticht durch Entertainer-Qualitäten und Stimmgewalt. Am Sonntag dann Lichterglanz, Feuertanz, Naturwesen, Elfen, Stelzentanz auf höchstem Niveau. Große Illumination der Fa. Flash Art, Live - Musik und vieles mehr für ganz OWL rund um das Hermannsdenkmal. Hermann meets Händel 14.06.2009 Premiere 18:00 Uhr Rudolf-Oetker-Halle Bielefeld
Georg Friedrich Händel, deutsch-englischer Komponist des Barock, hat dem Kampf zwischen Römern und Germanen eine Oper gewidmet. Herbert Feuerstein, Musikwissenschaftler, Journalist, Schauspieler und Kabarettist, führt auf originelle und erfrischende Weise auf die musikalischen Spuren der Varusschlacht-Geschichte im Barock. Der für seine humorvolle und eigenwillige Beschäftigung mit musikalischen Stoffen bekannte Fernseh-Moderator wird mit Händel auch dessen prominente Kollegen des 18. Jahrhunderts und ihre Arminius-Opern vorstellen. Handel´s Company interpretiert die Stücke auf historischen Instrumenten, der Kammerchor der MarienKantorei Lemgo sowie Solistinnen und Solisten gestalten die kurzweilige Begegnung mit dem Römer- und Germanenbild des 18. Jahrhunderts und dessen Niederschlag in der Musik. Sommerkonzerte im Palaisgarten 17.07. – 19.07.2009 Detmold
Hiesige Chöre und internationale Chorgemeinschaften laden am Freitagnachmittag ein. Der Tag endet mit der Aufführung des Bruchoratoriums „Arminius“. Am Samstag kommen weltbekannte Solisten zusammen mit ausgezeichneten Studenten der Hochschule für Musik und der Hochschule Florenz zu einem Galakonzert zusammen. Das musikalische Wochenende endet am Sonntag mit einem fröhlichen Tag für die ganze Familie. Big Bandmusik und Picknick im Park. Faszination Mythos 24.07. – 28.07.2009 Detmolder Innenstadt und am Hangar 21
Stadtinszenierung in Detmold mit den Straßentheatergruppen Shademakers aus Großbritannien und The Lunatics aus den Niederlanden. Gemeinsam mit hunderten von Jugendlichen aus ganz Europa werden europäische Mythen farbenfroh in Szene gesetzt. Bildhauer Paul Mc Laren hat sich auf kinetische Großinstallationen spezialisiert und Auftritte in Europa, Amerika und Asien durchgeführt.
„Orbiters“ – internationale Parade in der Detmolder Innenstadt, Samstag ab 18 Uhr. Parade mit zahlreichen internationalen Gruppen. Spektakulärer Höhepunkt ist die Abschluss-inszenierung am historischen Marktplatz.
„Territoria XL“ – Inszenierung am Hangar 21 in Detmold, Charles-Lindbergh-Ring 10, Sonntag, Montag, Dienstag jeweils 21 Uhr. Op een dag in september 21.08 – 01.09.2009 Waldbühne Detmold
Musiktheater für Jung und Alt von und mit Herrmann van Veen
Schon früh konnte durch intensive Vorgespräche der Universalkünstler und Unicef-Friedensbotschafter Herman van Veen mit ins Boot geholt werden. Es brauchte nicht lang bis der Künstler Herman van Veen seine Idee entwickelt hatte. Er entschied sich dafür ein Musiktheater, das das Hermannsdenkmal völlig neu interpretiert. Bei öffentlichen Proben und zehn Aufführungen werden im nächsten Jahr über 12 000 Menschen das Stück genießen können. Danach sind weitere europaweite Aufführungen geplant.